Pflege Gesundheit - Alles über die Gesundheit von Älteren Menschen, was Sie wissen müssen.
Gesundheit

Vitalzeichen bei älteren Menschen:

Veränderungen früh erkennen und richtig handeln

Die Mutter wirkt ungewöhnlich müde. Der Vater steht langsamer auf als sonst und muss sich auf dem Weg zur Küche plötzlich festhalten. Vielleicht bleibt auch das Frühstück stehen oder ein Angehöriger spricht an diesem Tag deutlich weniger.

Oft lässt sich zunächst gar nicht genau sagen, was anders ist. Trotzdem spüren Familien sehr schnell, dass etwas nicht stimmt. Sie kennen die täglichen Gewohnheiten und bemerken deshalb häufig als Erste, wenn sich der Gesundheitszustand verändert.

Blutdruck, Puls und Körpertemperatur können dann wichtige Hinweise geben. Mindestens ebenso wichtig ist der Blick auf den Menschen: Wie wirkt er? Kann er sich sicher bewegen? Trinkt er ausreichend? Ist er aufmerksam und ansprechbar?

Was sind Vitalzeichen und warum sind sie im Alter wichtig?

Vitalzeichen geben Auskunft über grundlegende Körperfunktionen. Dazu gehören vor allem:

  • Blutdruck
  • Puls
  • Körpertemperatur
  • Atmung
  • Bewusstsein und Reaktionsfähigkeit

Diese Werte geben einen ersten Eindruck davon, wie es einem Menschen gerade geht. Sie ersetzen allerdings keine ärztliche Untersuchung. Besonders aussagekräftig werden sie zusammen mit den persönlichen Gewohnheiten und dem allgemeinen Befinden.

Ein Blutdruckwert kann zum Beispiel nach Bewegung, Aufregung oder Schmerzen höher ausfallen. Ein ungewohnt niedriger Wert kann mit Schwindel oder Schwäche einhergehen. Deshalb zählt immer das Gesamtbild.

Veränderungen bei älteren Menschen erkennen

Angehörige müssen keine medizinischen Fachkenntnisse besitzen, um wichtige Veränderungen wahrzunehmen. Häufig fallen zunächst ganz alltägliche Dinge auf.

Achten Sie unter anderem darauf, ob Ihr Angehöriger:

  • deutlich müder oder schwächer wirkt,
  • plötzlich unsicher geht,
  • ungewöhnlich still oder verwirrt ist,
  • weniger isst oder trinkt,
  • über Schwindel oder Übelkeit klagt,
  • schneller oder schwerer atmet,
  • starke Schmerzen äußert,
  • plötzlich anders spricht oder reagiert.

Eine einzelne Veränderung muss noch keine ernste Ursache haben. Mehrere Auffälligkeiten oder eine deutliche Verschlechterung sollten jedoch ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden.

Hilfreicher als die Aussage „Heute geht es ihm schlecht“ ist eine möglichst konkrete Beschreibung:

„Seit heute Morgen ist mein Vater sehr schläfrig. Er hat kaum getrunken und kann nur mit Hilfe aufstehen.“

Solche Informationen erleichtern Pflegefachkräften und Ärzten die Einschätzung.

Blutdruck bei älteren Menschen richtig messen

Der Blutdruck besteht aus zwei Werten. Der obere Wert zeigt den Druck in den Gefäßen während des Herzschlags, der untere Wert während der Entspannungsphase des Herzens. Beide Werte werden immer gemeinsam betrachtet.

Für eine möglichst zuverlässige Messung sollte die Person vorher einige Minuten ruhig sitzen. Die Füße stehen nebeneinander auf dem Boden, der Arm liegt entspannt auf und während der Messung sollte möglichst nicht gesprochen werden.

Wichtig ist außerdem:

  • Die Manschette muss zum Oberarm passen.
  • Der Arm sollte etwa auf Herzhöhe liegen.
  • Direkt nach Bewegung, Aufregung oder Kaffee kann der Wert verändert sein.
  • Ein auffälliger Wert kann nach einigen Minuten Ruhe erneut gemessen werden.
  • Uhrzeit, Werte und Beschwerden sollten notiert werden.

Ein einzelner ungewöhnlicher Blutdruckwert ist noch keine Diagnose. Auch Alter, Erkrankungen und Medikamente beeinflussen den persönlichen Zielbereich. Medikamente dürfen deshalb niemals eigenständig verändert, zusätzlich eingenommen oder weggelassen werden.

Der Pflegedienst AML übernimmt im Rahmen der ärztlich verordneten Behandlungspflege unter anderem Blutdruck- und Blutzuckerkontrollen direkt bei den Patienten zu Hause.

Puls messen: Was Angehörige beachten sollten

Der Puls zeigt, wie oft das Herz innerhalb einer Minute schlägt. Neben der Zahl spielt auch der Rhythmus eine Rolle.

Fühlt sich der Puls regelmäßig an? Ist er ungewöhnlich schnell oder langsam? Kommen Schwindel, Atemnot, Schwäche oder Schmerzen hinzu?

Am besten wird der Puls nach einigen Minuten Ruhe gemessen. Dazu können Zeige- und Mittelfinger an die Innenseite des Handgelenks gelegt werden. Der Daumen eignet sich weniger gut, da dort der eigene Puls zu spüren sein kann.

Ein beschleunigter Puls kann beispielsweise nach Bewegung, bei Aufregung, Schmerzen oder Fieber auftreten. Auffällige Veränderungen sollten ärztlich besprochen werden, vor allem wenn gleichzeitig Beschwerden auftreten.

Körpertemperatur messen: Ab wann spricht man von Fieber?

Die Körpertemperatur ist nicht bei jedem Menschen gleich und schwankt auch im Laufe des Tages ein wenig. Meist liegt sie zwischen 36 und 37 Grad. Entscheidend ist außerdem, wo gemessen wird. Steigt die Temperatur über 38 Grad, spricht man in der Regel von Fieber.

Bei älteren Menschen kann ein Infekt auch weniger eindeutig verlaufen. Deshalb sollten Angehörige zusätzlich auf weitere Veränderungen achten:

  • ungewöhnliche Müdigkeit,
  • Schüttelfrost,
  • fehlender Appetit,
  • geringe Trinkmenge,
  • plötzliche Verwirrtheit,
  • Schwäche oder unsicheres Gehen.

Die Temperatur sollte möglichst immer mit derselben Methode gemessen werden. Nur so lassen sich Werte sinnvoll miteinander vergleichen.

Atmung bei Senioren beobachten

Auch die Atmung kann viel darüber verraten, wie es einem Menschen gerade geht. Im Alltag achten wir darauf jedoch meist erst, wenn sie sich deutlich verändert.

Normalerweise atmen wir in Ruhe gleichmäßig und ohne große Anstrengung. Wird die Atmung plötzlich schneller, flacher oder hörbar schwerer, sollte man genauer hinschauen.

Achten Sie darauf:

  • Kann die Person ohne Unterbrechung sprechen?
  • Muss sie nach wenigen Worten Luft holen?
  • Bewegt sich der Brustkorb ungewöhnlich stark?
  • Sind pfeifende oder rasselnde Geräusche zu hören?
  • Wirken Lippen oder Haut bläulich?
  • Tritt die Atemnot auch in Ruhe auf?

Starke oder plötzlich auftretende Atemnot ist ein medizinischer Notfall. In diesem Fall muss sofort die 112 gerufen werden.

Verwirrtheit im Alter kann ein Warnzeichen sein

Plötzliche Verwirrtheit wird manchmal vorschnell mit dem Alter oder einer bestehenden Demenz erklärt. Dabei kann eine neue oder deutlich stärkere Verwirrtheit auf eine akute körperliche Veränderung hinweisen.

Mögliche Beobachtungen sind:

  • Die Person weiß plötzlich nicht mehr, wo sie ist.
  • Gewohnte Abläufe funktionieren auf einmal nicht.
  • Sie erkennt vertraute Menschen zeitweise nicht.
  • Sie wirkt ungewöhnlich unruhig oder schläfrig.
  • Das Sprechen oder Verstehen fällt plötzlich schwer.

Entscheidend ist der Vergleich zum normalen Zustand. Eine plötzlich auftretende Veränderung sollte immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Blutdruck, Puls und Temperatur dokumentieren

Eine kurze Dokumentation hilft, Veränderungen über mehrere Stunden oder Tage nachvollziehen zu können.

Notieren Sie:

  • Datum und Uhrzeit,
  • Blutdruck und Puls,
  • Körpertemperatur,
  • Beschwerden,
  • Trink- und Essverhalten,
  • besondere Vorkommnisse,
  • eingenommene Medikamente.

Ein einfaches Heft reicht dafür aus. Die Aufzeichnungen können zum nächsten Arzttermin mitgenommen oder der Pflegefachkraft gezeigt werden.

Regelmäßige Werte sind besonders hilfreich, weil dadurch der persönliche Normalzustand bekannt ist. Abweichungen lassen sich dann leichter erkennen und einordnen.

Wann zum Arzt und wann den Notruf wählen?

Nicht jede Veränderung ist sofort ein Notfall. Neue Beschwerden sollte man trotzdem ernst nehmen und bei Unsicherheit lieber einmal ärztlich abklären lassen.

Meist ist die Hausarztpraxis dafür die erste Anlaufstelle. Dort kann eingeschätzt werden, woher die Beschwerden kommen und ob eine schnelle Untersuchung nötig ist.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft die 116117 weiter, wenn die Beschwerden nicht bis zum nächsten Tag warten können, aber keine akute Lebensgefahr besteht.

Die 112 muss unter anderem gerufen werden bei:

  • Bewusstlosigkeit oder kaum vorhandener Reaktion,
  • starker Atemnot,
  • heftigen Brustschmerzen,
  • plötzlich auftretenden Lähmungen,
  • einem hängenden Mundwinkel,
  • plötzlichen Sprach- oder Sehstörungen,
  • einem sehr schnellen gesundheitlichen Abbau.

Lähmungen und Sprachstörungen gehören zu den typischen Anzeichen eines Schlaganfalls. Bei einem Verdacht darf nicht abgewartet werden. Der Notruf 112 sollte sofort verständigt werden, auch wenn die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Vitalzeichenkontrolle durch den ambulanten Pflegedienst

Für Angehörige ist es oft schwer einzuschätzen, wie ein Messwert zu bewerten ist. Dazu kommt die Sorge, eine wichtige Veränderung zu übersehen.

Unsere Pflegefachkräfte übernehmen im Rahmen der ärztlich verordneten Behandlungspflege unter anderem die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker. Auch Medikamente, Injektionen, Verbandswechsel und die Versorgung von Wunden gehören dazu.

Weil wir viele unserer Patientinnen und Patienten regelmäßig sehen, wissen wir meist gut, wie es ihnen normalerweise geht. So fällt uns oft früh auf, wenn jemand ungewöhnlich still ist, weniger trinkt oder im Alltag plötzlich mehr Unterstützung braucht.

Ambulante Pflege in Röhrmoos und Umgebung

Seit 1995 sind wir für ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen in Röhrmoos und im Landkreis Dachau da. Viele von ihnen möchten auch dann zu Hause bleiben, wenn im Alltag Unterstützung nötig wird. Gemeinsam mit den Angehörigen und den behandelnden Ärzten schauen wir, was gebraucht wird und wie sich die Versorgung gut organisieren lässt.

Sie sind unsicher, welche Unterstützung zu Ihrer Situation passt? In einem persönlichen Gespräch klären wir, welche Leistungen benötigt werden und wie die Versorgung zu Hause organisiert werden kann.

Beratungstermin vereinbaren